Bundtschuhforum

Offenes Forum => Bücherecke => Thema gestartet von: Stephan am 25 Januar 2009, 15:30:13



Titel: Der junge Herr Alexius
Beitrag von: Stephan am 25 Januar 2009, 15:30:13
„Der junge Herr Alexius“
Roman von Otto Rombach im Bertelsmann Lesering von 1962
(Altes Buch ohne ISBN Nummer)

Aus dem Nachwort:
„Im Jahre 1911 durchforschte ein badischer Archivdirektor das zum Schloß gewordene Zisterzienserkloster Salem, unfern von Überlingen am Bodensee….auf einem Bündel alter, gelb gewordener Papiere lag, entdeckte er auf dem versporten Packen die Aufschrift: „Unnützliche Handelssachen“. Kurz er hatte einen Fund gemacht!   
Der Schatz von Salem, eine Sammlung von Dokumenten, wie wir sie ähnlich über keine „Firma“ des 15. und 16. Jahrhunderts aufzuweisen haben, eröffnete nicht nur den Einblick in die Handelstechnik des oberdeutschen Kaufmanns – in ihnen traten jene alten wagemutigen und kaum bekannten Handelsväter Oberschwabens leibhaftig auf uns zu…..
…nicht nur den Hinweis auf das einzigartige Werk, sondern auch die Anregung, den Fund von Salem vielleicht auf meine Weise auszuschöpfen.“

Dieser Roman erzählt die Geschichte eines zunächst jungen Mannes, der als Faktor im Auftrage seines Handelhauses die halbe Welt bereist. Der Weg führt ihn durch das Mittelmeer von Griechenland nach Venedig. Später London, Antwerpen bis an den Hof Kaiser Karls V in Spanien, ja sogar nach Südamerika wo er an der Expedition des Landsknechthauptmanns Nikolaus Federmann, der im Auftrage der Welser dort eine Kolonie gegründet hat; teilnimmt. Er erlebt den Aufstieg und den Niedergang der Kaufmannshäuser, die Bauernaufstände und den Religionsstreit. Wir erfahren von päpstlichen Eingriffen in die Handelspolitik auf Druck der Venezianer, von Spanischem Vormachtdenken, von englischer Raffinesse um ein Handelsverbot des Papstes zu umgehen und von der Entstehung der so genannten Stapelplätze.
Kurz um: Ein Buch zwar in Romanform, doch auf Fakten der Zeit beruhend. Sehr interessant zu lesen, weil aus den Beschreibungen von jeder Seite der Zeitgeist auf den Leser überspringt.
Die weltpolitischen Zusammenhänge werden, wenn auch nicht vollständig, so doch sehr anschaulich im Rahmen des persönlichen Erlebens der Romanfigur dargestellt.

Wenn auch alt, (ich habe das Buch im Schrank meiner Eltern vor Jahren entdeckt) so doch spannend geschrieben. Ich habe es geliebt.
Gruß Stephan

P.S. ohne Bild, da der Umschlag fast einfarbig und ohne Beschriftung ist.