Bourtange vom 13.10. bis 15.10.2010

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Bourtange ist ein kleiner Ort in Westerwolde (Süd-Ost-Groningen/Niederlande), nur wenige Kilometer von der deutschen Grenze entfernt. 1580 wurde hier mit dem Bau einer fünfeckigen Festung begonnen, der 1593 fertig gestellt wurde. Nach Umbauten und der schließlichen Aufgabe der Festung 1851 verfiel sie und wurde ab 1970 wieder rekonstruiert.

Heute ist die Anlage fast vollständig wieder hergestellt und bewohnt. Über das Jahr verteilt finden hier historische Veranstaltungen statt; unter anderem auch ein Markt der Fogelvreien.

 

Dieses Jahr sollte Bourtange unser letzter Markt für die Saison werden. Die wunderbare Festung und das Lagern in den Bastionen macht diesen Markt immer zu einer Besonderheit (mal abgesehen von dem Holländischen Bier). Wir hatten – nach dem Beinahe-Organisations-Desaster von Dornum – die Möglichkeit, unser Lagerplatz direkt vor Ort mitzubestimmen. Unser Stammplatz mit Kanone im Küchenzelt war nach Umbauten an der Festung nicht mehr für uns geeignet und so erhielten wir einen Platz in der Marktbastion mit ausreichender Spielfläche. Vor Ort mussten wir dann zwar wieder umplanen, aber da wir eh nur in schmaler Besetzung angetreten waren – mit 7 Personen – konnten wir auf ein Mannschaftszelt verzichten und uns gut einrichten.

Der letzte Markt ist immer sehr entspannt; die Saison ist vorbei und man betrachtet in Ruhe das vergangene Jahr und selbst das Wetter schien mitzuspielen. Daher verlief das Wochenende in ruhigen Bahnen und selbst die Änderung unseres Theaterstückes, die Aufgrund einiger fehlender Darsteller gemacht werden musste, verlief gut. Hellweg und meine Wenigkeit wurden sogar in die Burgerstürmung mit einbezogen und wir lieferten uns ein packendes Duell auf dem Wall.

Da der Samstag in allgemeiner Zufriedenheit verlief erwarteten wir dies auch für den Sonntag, aber hier wurden wir eines besseren belehrt. Es begann mit unserem Auftritt: bei der Choreographie mit Ralf patzten wir und mein geplanter Sturz am Ende viel so wuchtig aus, dass meine Schulter einen nicht unerheblichen Schaden erleiden musste.

Das drückt natürlich die Stimmung im Lager und alle wollten wohl nur noch nach Hause, aber das Schicksal hatte noch eine weitere Überraschung für uns parat: Als der Schultheiß mit unserer Marktkutsche zum Abbau vorfuhr, übersah er die Dachecke eines Marktstandes. Glücklicherweise war der Schaden nicht katastrophal und konnte in der folgenden Woche behoben werden. Zu allem Überfluss öffnete dann auch noch der Himmel seine Pforten und erfreute uns mit einem ordentlichen Platzregen.

Aber nichts desto trotz freuen wir uns wieder auf Bourtange und werden auch im nächsten Jahr die Festung und alles drum herum  genießen.