Fechtkunst

Ein kurzer Überblick

Die Ursprünge der Fechtkunst liegen im Dunkel der Geschichte. Wir können wohl davon ausgehen, dass jede Kultur die das Schwert kannte eine Fechtkunst damit entwickelte. Ganz sicher verfügten die Griechen und Römer über entsprechende Kampfkünste. Auch in Asien erfolgte eine Entwicklung der Fechtkunst die aber im Gegensatz zu der Europäischen zum Teil bis heute gepflegt wird.

"Der Krieg ist der Vater aller Dinge" (Heraklit 540-480 v. Chr.)

Die Entwicklung neuer Waffen gehört wohl zu den Dingen, auf die der Mensch die meiste Phantasie verwendet hat. Je nach Verwendungszweck wurden unterschiedliche Waffenformen entwickelt und entsprechende Künste in deren Verwendung ausgebildet. So wurde in einer Zeit in der schwere Rüstungen getragen wurden Waffen entwickelt, die diese durchdringen oder durch entsprechende Kunstfertigkeit umgehen konnten. In einer Zeit, in der aufgrund der hohen Waffenentwicklung das Tragen schwerer Rüstungen eher hinderlich war wurden leichtere und schnellere Klingen verwendet und auch die Kampfkunst angepasst.

Die europäische Fechtkunst scheint erst mit dem Beginn der Kreuzzüge Gestalt anzunehmen. Ältere Schwerter weisen keine oder nur sehr kurze Parierstangen zum Faustschutz beim Parieren auf. Man kann wohl davon ausgehen, dass das Schwert vor allem zum Schlagen und weniger zum Parieren genutzt wurde. Bis zum 13. Jahrhundert wurde vor allem mit relativ kurzen Klingen und zusätzlichem Schild gefochten. Die häufig abgerundeten Spitzen lassen darauf schließen, dass vor allem Wert auf den Hieb und weniger auf den Stich gelegt wurde. Im weiteren Verlauf des 13. Jahunderts wurden die Klingen der Reiterschwerter länger um eine größere Reichweite vom Pferd zu erreichen und auch das Klingenende lief nun immer häufiger spitz zu.
Durch die zunehmende Verbreitung der Armbrust, die Entdeckung des Schwarzpulvers und der Entwicklung der ersten tragbaren Schusswaffen, wurden die Rüstungen der Reiterei verstärkt und mit Platten versehen. Die Reaktion der Waffenentwickler war unter anderem die Fertigung von Schwerter mit langen schweren Klingen und längerem Griff: der Anderthalbhänder. Dieses Schwert ermöglichte durch den langen Griff eine zu Hilfenahme der zweiten Hand um den Schlag mehr Wucht zu verleihen und so die Panzerung zu durchdringen. Ebenso war es durch seine Länge gut vom Pferd zu führen und auch für Fußknechte von hohem Wert. Aus einer Weiterentwicklung des Anderthalbhänders dessen Klinge in einer Spitze zum Stechen endete, entstanden sogenannte Bohrschwerter. Diese stumpfen, zum Teil drei oder vierseitige Klingen, besaßen sehr harte Spitzen zum durchstoßen der Panzerung. Neben der weiteren Entwicklung von speziellen Kriegswaffen, wie dem gewaltigen Bidenhänder, entstanden zum Beginn des 14. Jahrhunderts auch zivile Hauswehren, derer sich in Städten Adelige und Bürger, auf dem Land Bauern bedienten. Diese waren in der Regel kurz, für den Nahkampf und leicht um schneller und nicht unbequem zu werden. Ein gutes Beispiel dafür ist der Dussack, eine Böhmische Bauernwaffe, die speziell für die späteren Fechtschulen von hohem Wert war. Seit 1350 halten Fechtmeister unter dem Namen "gladiatores" in deutschen Städten Fechtschulen ab. Durch die allgemeine Verbreitung des Anderthalbhänders im 14. Jahrhundert und dem damit wegfallenden Schild wird eine höhere Fechtkunst notwendig um den Schild zu ersetzen.

Im 15. Jahrhundert entstanden nun auch eine ganze Reihe von Fechtbüchern, die vor allem die Deutsche Schule beschreiben. Die Deutsche Schule arbeitet sowohl mit dem Hieb, einer Kombination aus Hau und Schnitt, als auch mit dem Stoß oder Stich. Es gibt acht primäre Hieb- und Stich-Zonen und entsprechende Paraden. Prägende Fechtmeister, die uns durch ihre Fechtbücher einen Einblick in die damalige Fechtkunst gewähren, waren u.a. Hans Talhoffer , Sigmund Ringeck und Andre Pauernfeindt. Als Waffe wird hauptsächlich der Anderthalbhänder genutzt und die dazugehörige Kampfkunst lässt sich durchaus mit dem noch heute geübten Kenjutsu des Karori- und Kashima- Schreines vergleichen. Als besondere Trainingswaffe wird der Holzdussack benutz, um ein besseres Gefühl für den Schnitt und eine schnelle Reaktionsfähigkeit zu erreichen. Im 16 Jahrhundert entstand in Italien als zivile Form der Selbstverteidigung das Degenfechten zunächst noch stark beeinflusst von der Deutschen Schule aber dann sich immer mehr zum reinen Stoßfechten entwickelnde Kampkunstform. 1568 erschien das Fechtbuch Camillo Agrippas "Trattato di Scienza d'Arme", der als Begründer des Stoßfechtens gilt. Im militärischen Bereich blieb jedoch das Hieb und Stoß Fechten als in seinen Grundzügen leichter erlernbare und gegen Rüstungsträger effektivere System bis ins 19.Jhd. bestehen. In Deutschland versuchte man auch im zivilen Bereich an der althergebrachten Deutschen Schule festzuhalten, jedoch musste man bald deren Unterlegenheit gegenüber der schnelleren Methode der Italiener einsehen. 1570 schrieb Jochim Meyer sein Fechtbuch "Gründtliche Beschreibung der [...] kunst des Fechtens [...]", dass schon stark von der Italienischen Schule beeinflusst war. Neben der Italienischen Schule kam nun auch verstärkt die Spanische und Französische Schule auf, die sich zum Beginn des 16.Jahrhunderts nur geringfügig unterschieden.

Die Deutsche Schule wird von vielen Fechtschulen in Form des Bidenhänderfechtens als Übung fortgeführt verliert sich dann jedoch im 17. Jahrhundert. Inzwischen wurde die Italienische Schule von der Französischen verdrängt, die mit dem Florett einem kürzeren und schnelleren Degen ficht und aus der das moderne Sportfechten hervor ging. Lediglich die Fechterdynastie der Kreußler, die ihre Variation der Italienischen Schule focht, konnte dem starken Einfluss der französischen Schule widerstehen. Die Kreußlers wirkten von 1597 bis 1819 als Universitätsfechtmeister in Jena, Leipzig, Wittenberg und Gießen.

Historische Fechtergilden

Vom 14 bis 17 Jahrhundert war das Fechten in Deutschland für das erstarkende Bürgertum der Städte von großer Bedeutung . Fechtmeister reisten umher und unterrichteten in öffentlichen Schulen. In Frankfurt am Main erhält 1487 die Fechtergilde "Bruderschaft von St. Markus vom Löwenberge", kurz Marxbrüder genannt, von Kaiser Friedrich dem III ein besonderes Privileg. Fortan durften sich die Fechtmeister der Marxbrüder "Meister vom langen Schwert" nennen und als einzige das Fechten unterrichten. Dies war eine wichtige Entscheidung um die Konkurrenz der freien Fechter kleinzuhalten. 1570 gründeten Fechter in Prag eine neue Gesellschaft, die "Federfechter", die dann 1575 auch in Frankfurt am Main gegen den Protest der Marxbrüder vom Rat der Stadt zugelassen wurden. 1607 erhielten die Federfechter die selben Rechte wie die Marxbrüder.


Wappen der Marxbrüder

Wappen der Federfechter


Aus der Zeit der Revalitäten zwischen den beiden Fechtergesellschaften ist folgendes überliefert:

Motto der Marxbrüder "Du edler Löw, schwing´dein kraus Haar, nimm dir des Greifen eben wahr, den sollst du vor dir hauen nieder und ihm zerreißen sein Gefieder"

Motto der Federfechter "Schwing´ dich, Feder, sieh, wie man tut, schreib´ gern mit Tinte, die aussieht wie Blut"

Unterrichtet wurde in der Anfangszeit die Deutsche Schule im Lauf der Zeit jedoch immer stärker auch die italienische Art. Fechtbücher

Belegbar und nachvollziehbar ist in Europa die Entwicklungen der zahlreichen Fechtbücher. Das älteste erhaltene Fecht-Manuskript von einem anonymen Autor stammt von ca.1295 und befasst sich vor allem mit dem Umgang von Schwert und Faustschild. Das älteste Werk eines bekannten Autoren stammt aus dem Jahre 1389 von Johann Liechtenauer. Insgesamt sind 39 Italienische, 23 Deutsche, 16 Spanische, 10 Französische und 8 Englische Historische Fechtbücher bekannt. Eine sehr vollständige chronologische Auflistung der bekannten Fechtbücher ist bei der Amerikanischen Historical Armed Combat Association unter folgendem Link einzusehen: http://www.thehaca.com/reading.htm.

Fechten und Frauen

Entgegen der landläufigen Meinung, Frauen hätten in der Geschichte nicht gefochten oder gekämpft, gibt es doch Hinweise dafür ,dass es Frauen gab, die sehr wohl mit einer Klinge umzugehen vermochten. Dies war nicht die Regel, kam jedoch häufiger vor, als wir es uns heute vorzustellen vermögen. So war es fast selbstverständlich das Frauen bei der Verteidigung von Städten aktiv mitkämpften. Allerdings waren es wohl nur Frauen von Adel oder aber im krasse Gegensatz Frauen der untersten Schicht, so z.B. Gesetzlose und Trossfrauen, möglich die Fechtkunst zu erlernen.

Einige Beispiele für kämpfende Frauen:

  • Saxo Gramaticus berichtet von einigen hundert Däninen, die in der Schlacht von Bravalla in 10.Jhd. ihren schwedischen Feinden barbusig entgegenstürmten. Er schrieb zudem in seinem Buch "über die Dänen" von Dänischen Frauen im 12. Jahrhundert, die sich wie Männer anzogen und ihr Leben der Kriegskunst widmeten.
  • Königin Urraca von Aragon kontrollierte große Teile Spaniens und starb 1111 auf den Schlachtfeld.
  • Eleanore von Aquitanien - die selber 1000 Ritter/Soldaten (davon 300 Frauen) in den 2.Kreuzzug (1146) führte - der Historiker Nicetas beschrieb sie bei ihrer Durchreise in Griechenland - sowohl von Cristlicher als auch Moslemischer Seite wird die aktive Teilnahme von Europäischen Frauen an den Kreuzzügen erwähnt.
  • Im 13.Jhd. war es Krüppeln, Geistlichen und Frauen gestattet sich bei Duellen für Recht oder Reputation vertreten zu lassen. Dennoch traten viele Frauen selbst an. In einem dokumentierten Fall aus Deutschland(1228) gewann die Frau.
  • Die Historikerin Bebel Gerritsen beschreibt kämpfende Frauen im 14. und 15. Jahrhundert die zusammen mit Musikern, reisenden Gelehrten und Geistlichen durch die Lande zogen oder in Sölderarmeen ihre eigende Division bildeten.
  • Jeanne d`arc (1450) die wohl bekannteste kämpfende Frau. Sie soll jedoch nie jemanden getötet haben.
  • Jeanne de la Hachette(frz. für handbeil)spielte eine wichtige Rolle bei der Verteidigung von Beauvais gegen Karl den Kühnen.
  • Katarina Sforza - die Amazone Italiens 1463-1509. Man beschrieb sie als „Mannweib“, als rücksichtslose, herrschsüchtige, stolze und sehr mutige Frau, die an ihrer Seite stets den Männergürtel und das Sichelmesser trug.
  • Mary Read und Anne Bonny Piratinen im 18.Jahrhundert.
  • Gabrielle-Emilie de Breteuil, Voltaires Gefährtin, über die Casanova im 18.Jhd. in seine Memoiren notierte: Sie reitet und schwingt den Degen wie ein Husar (...) ich habe keine Lust mit ihr die Klinge zu kreuzen.

 

Waffen der deutschen Schule

Anderthalbhänder(auch Bastardschwert genannt)

Der Anderthalbhänder ist durch die zunehmende Verstärkung der Rüstungen im 14.Jhd. entstanden. Der längere Griff ermöglicht eine zu Hilfenahme der zweiten Hand um so mehr Kraft auszuüben, der Ort lief spitz zu um in die Lücken zwischen den Panzerplatten zu stechen. Ein übliches Bastardschwert wiegt ca. 1,5-2 kg und ist zwischen 1,10m und 1,30m lang. Diese Form des Schwertes hatte durch den Wegfall des Schildes eine Steigerung der Fechtkunst zur Folge.

Bidenhänder(Zweihänder)

Der Bidenhänder ist eine typische Landsknechtwaffe, die speziell gegen die Spieße der Gewalthaufen benutzt wurde. Schon im 14. Jhd. sind Bidenhänder bekannt jedoch ohne zusätzliche Parierhaken, die erst im 16. Jhd. erscheinen. Ein durchschnittlicher Bidenhänder wiegt zwischen 2,8 und 5kg und ist zwischen 1,50 und 1,80m lang. Trotz seiner Ausmaße lässt sich mit dem Bidenänder hervorragend fechten. Die oft mit Leder umwickelte Fehlschärfe ermöglicht einen günstigen Hebel um im Nahkampf zu agieren. Die Parierhaken vor der Fehlschärfe bilden eine zweite Parierstange und schützen so die Hand an der Fehlschärfe. Gegen Spieße und andere Stangenwaffen fasst man den Bidenhänder komplett am Griff. Zudem ermöglichen die Parierhaken spezielle Manöver mit den ein geübter Fechter einen Spießwall durchdringen kann. Bei den Landsknechten wurden Bidenhänderkämpfer, die ein Zeugnis eines Meisters vom langen Schwert vorweisen konnten, mit doppelten Sold als Trabanten(Leibwächter) für hohe Persönlichkeiten oder die Fahne geworben.

Katzbalger

Der Katzbalger ist eine weitere typische Landsknechtwaffe. Mit einer Länge von 75 bis 85 cm und einem Gewicht von 1-2 kg wurde der Katzbalger für den Nahkampf benutzt. Er war oft als zweite Waffe bei den Pikenieren zu finden. Er wurde zumeist vor dem Bauch oder am Rücken getragen. Der charakteristischste Teil der Waffe ist die aus zwei Spangen bestehende Parierstange in Form eines liegenden S.

Stangenwaffen

Stangenwaffen gibt es in einer fast unüberschaubaren Formenvielfalt. Sie sind mit ihren längsten Vertretern den Spießen der Landsknechte der Untergang der Ritter gewesen. Auch als Waffe gegen die bis zu 6m langen Spieße wurden kürzere - 2,30m bis 3m lange - Stangenwaffen wie Helmbarten und Gleven eingesetzt ähnlich wie die Bidenhänder. Einige wurden häufig, auch nachdem sie ihre Funktion als Kriegswaffe bereits verloren hatten, als Waffe von Trabanten und Ehrenwachen an verschiedenen Fürstenhöfen eingesetzt.

Hiebmesser

Das Hiebmesser oder auch großes Messer genannt, war als zivile Waffe besonders bei den Bürgern der Städte im 15.-16. Jahrhundert beliebt. Da das tragen von Messern (einseitig geschliffene Klinge) jedem freien Mann gestattet war, ist es nur natürlich das diese Waffenform immer größer wurde. Vom Dussack zum anderthalbhändig geführten Hiebmesser war es nur noch ein kleiner Schritt. Als diese Waffe immer beliebter und mehr in Mode kam trugen auch immer mehr Adelige Hiebmesser. Eine weitere Verfeinerung entstand durch den "Schweizer Säbel", der einen Korb zum Schutz der Hand erhielt.

Dussack

Der Dussack ist eine einhändig zu führende böhmische Bauernwaffe, die gerade für die zivile Verteidigung und als Hilfsmittel in Fechtschulen starke Verbreitung fand. In Fechtschulen wurden Holzdussäcke benutzt um, unter anderem, das richtige Gefühl für Schnitt und Hau zu erreichen. Während der Holzdussack ziemlich genau in seiner Form definiert ist, wird der Begriff Dussack häufig allgemein für einseitig geschliffene Waffen mit gekrümmter Klinge von bis zu 1m Länge verwandt.

Dolch

Eine der ältesten Waffenformen die sich bis in unsere heutige Zeit erhalten hat. Der Dolch wird als zweite Waffe oder auch als Einzelwaffe benutzt. Reine Dolchgefechte sind blitzschnell und sehr körperbetont.

Buckler

Der Buckler oder auch Faustschild genannt, ist eigentlich eine Defensivwaffe die jedoch nicht nur zum blocken und fangen der gegnerischen Klinge gedacht war. Auch offensiv als Schlagwaffe, sowohl mit der Fläche als auch mit der Kante, kann er genutzt werden.

Waffen der Italienischen Schule:16.-17.Jahrhundert

Degen

Der Degen ist eine Weiterentwicklung des Schwertes. Er hat sich aus dem Stichschwert(wie den Anderthalbhänder) entwickelt. Da Rüstungen sich im Verlauf des 16. Jahrhunderts als unpraktisch und gegen moderne Feuerwaffen unwirksam erwiesen, wurden sie, bis auf wenige Ausnahmen wie den verstärkten Kürass, abgelegt. Die Klingen der Schwerter konnten so leichter und schneller werden. In Italien wurde als logische Konsequenz das schnelle Stoßfechten erfunden. Eine genaue Unterscheidung zwischen Schwert, Rapier und Degen wurde in der Sprache der damaligen Zeit nicht getroffen. So wurde eine Waffe, die bis zu diesem Zeitpunkt als Schwert bezeichnet wurde, plötzlich Degen genannt, da dieser Ausdruck einfach modern war. Dennoch kann man eine grobe Kategorisierung vornehmen. Schmale Klingenwaffen mit Korb bezeichnen wir als Degen. Unter einem Rapier versteht man im allgemeinen einen leichten Degen mit besonders schmaler Klinge. Rapiere wurden vor allem vom Adel zu Duellen benutzt. Allerdings gab es auch umgebaute Anderthalbhänder, die mit einem Korb versehen und von Ihren Besitzer stolz Degen genannt wurden. Die übliche Länge eines Degens liegt zwischen 1,10-1,30m, die Klingenbreite zwischen 15-30mm und das Gewicht zwischen 1-1,5kg.

Linkhand

Die Linkhand wird bei der italienischen Schule oft als zweite Waffe neben dem Degen genutzt. Sowohl offensiv als auch defensiv. Im Bild rechts ist ganz rechts ein sogenannter "Degenbrecher" abgebildet. Der Name ist etwas irreführen, besser wäre Degenhalter, denn zum brechen kann nicht genug Kraft aufgebracht werden. Es ist strategisch auch viel sinnvoller den Degen festzuhalten und so die ganze Waffe zu kontrollieren. Eine ähnliche Funktion hat auch die bei vielen Linkhanddolchen nach oben gebogene Parierstange.

Mantel

Der Mantel als Ersatz für einen Schild wurde schon früh von der Italienischen Schule eingesetzt. Der umwickelte linke Arm bietet einen relativ guten Schutz. Der Mantel wurde aber auch zum binden der gegnerischen Klinge oder als Ablenkung und Sichtbehinderung genutzt.

Laternenschild/Armschild

Der Laternenschild ist eine ganz spezielle italienische Erfindung, die besonders bei nächtlichen Überfällen benutz wurde. Im Schild ist eine Laterne integriert, die über einen Klappmechanismus verdunkelt werden kann. Beim Überfall im Dunkel der Nacht kann die Klappe geöffnet werden und der Gegner wird geblendet. Am Schild sind zusätzliche Klingen und ein Panzerhandschuh befestigt, um ihn noch effektiver einsetzen zu können.

Fechtschule Magisterium

Die Fechtschule Magisterium ist die erste deutsche Historische Fechtschule. Seit 1995 werden Mitglieder auf Fechtseminaren unter dem Slowakische Freifechtmeister Peter Koza geschult. Im Mittelpunkt des Interesses liegen dabei die Deutsche und die Italienische Schule. Das Ziel der Fechtschule ist die Vermittlung der historischen Fechtkunst. Die Fechtschule übt das Fechten als Kampfkunst und damit in einer deutlichen Abgrenzung zu den heutigen sportlichen Versionen des Fechtens ein. Geübt wird mit Holz- und Stahlwaffen in streng disziplinierter Form. Neben dem Vermitteln der klassischen Kampfkunst mit verschiedenen Waffen und waffenlosen Disziplinen wird auch dem Bühnenfechten und dem Schauspiel Platz eingeräumt. Oberhaupt und Meister der Schule Magisterium ist Peter Koza. In seiner Abwesenheit wird der Unterricht von fortgeschrittenen Gesellen der jeweiligen Schule geleitet.