Kolja

Geb.: 1977

Rollenname: Hugo von Moorland

Bundtschuhmitglied seit 2004-2005

Fechten: Seit Anfang 2003 bei Ralf Gutzeit, mehrere Seminare unter anderem bei Peter Koza, Rang Luxor Major Secundus

Weitere Hobbies: Rollenspiel, Tabletop, Live-Action Roleplay, Zeichnungen und Design, alles wofür man ein Gamepad braucht, Java, C++, Python, Perl und mehrere weitere Berufskrankheiten

Wie die meisten wurde ich auch bereits im Kindesalter angesteckt. Ritter, Drachen und Prinzessinen hat glaube ich jeder in der Kindheit einmal um sich gehabt, aber für mich prägend war meine riesige, gelbe Ritterburg aus Lego, mit Türmen, Wehrgängen, Zugbrücke und allem drum und dran. Ich kann mich bis heute daran erinnern, welche Symbole auf den Leibchen der Ritter zu den Guten und den Bösen gehört haben, auch wenn sie nicht wiklich gut gegeneinander kämpfen konnten, weil sie leider sehr, sehr unbeweglich waren.

In der Jugend habe ich den einen oder anderen Roman aus der Richtung gelesen und bin damals wie heute ein Fan der Historienfilme der 30er, 40er und 50er Jahre. Irgendwann Anfang der 90er stand dann einer meiner Schulfreunde, mit dem ich vorher schon viel Kontakt zu Gesellschaft- und Brettspielen hatte vor meiner Tür mit 'etwas ganz Neuem' wie er sagte: Ein Rollenspiel. Ich war begeistert. Nicht nur, daß hier das Spielgeschehen über Würfelglück hinaus von Verhalten und Taktik der eigenen Spielfigur abhing, sondern zusätzlich eben diese Figur wie in einer Geschichte mit Leben erfüllt und 'dargestellt' werden mußte, begeisterte mich. Hier waren die Figuren nicht so starr wie meine kleinen Legoritter, hatten sie doch einen großen Handlungsspielraum, weil sich die jeweiligen Spielregeln immer bemühten, Erfolg oder Mislingen der Aktionen einer Figur umfangreich abzufassen, insbesondere was Kampf und Auseinandersetzungen anging. Dennoch mußte hier oft der Realismus der Spielbarkeit oder besser dem Spielfluß weichen, ein Wehrmutstropfen, aber nur ein kleiner.

Im Sommer 2000 habe ich mich dann zum ersten mal auf ein Live-Action Rollenspiel getraut. Obwohl ich mir nicht sicher war, was mich bei einer derartigen Veranstaltung erwartet, hat mir diese sehr spezielle Form des Improvisationstheaters von Anfang an viel Freude bereitet. Wenn hier die Figur etwas tun soll, muß man es gefälligst selber können, wenn hier etwas gelingen soll, muß man es gefälligst für alle Mitspieler überzeugend schauspielern und darstellen. Es sei denn natürlich man ist Kämpfer. Wenn Magier ihre Zaubersprüche nicht richtig darstellen, funktionieren sie nicht. Wenn Kämpfer sich unrealistisch bewegen, sich gesenseitig nur die 'Lebenspunkter' herunterschlagen und weit vorgebeugt nach den Beinen hacken ist das ok. 'Schönes Kämpfen' schien irgendwie ineffektiv. Aaach egal, wen schert schon Effektivität, wenn die Gegner am Ende sagen es hat Spaß gemacht und man dafür gelobt wird, wie toll das Geschrei doch zum Ork paßt.

Im Februar 2003 steckte mir dann jemand in einer schummrigen Taverne einen Flyer zu: Historisches Fechten in Bremen. Richtiges Fechten, nach historischen Dokumenten, geschrieben teilweise von Leuten, die sich vor grob 500Jahren sehr direkt und lebensnahe damit auseinandersetzen mußten, wie man ein Schwert gebraucht. Genau die Sache, die sich bei allen Dingen rundum Fantasy, Mittelalter und Rollenspiel nie richtig darstellen oder lernen ließ. Am daruffolgenden Donnerstag stand ich in der Turnhalle. Keine 3 Monate später hatte ich mein eigenes Schwert.

Es dauerte von hier an nichtmal ein Jahr, als mein Fechtlehrer auf einpaar andere und mich zutrat und fragte, ob wir nicht mal bei einem Mittelaltermarkt als Teil eines Heerlagers mitfahren wollten. Er kenne da Leute, Bundtschuh hießen die wohl und die würden sich über ein paar Leute als Gäste freuen, weil sie recht dünn besetzt sein im Moment. Außerdem würde es auf dem Markt auch eine große Burgerstürmung geben mit allem drum und dran. Auf meine Frage, ob daß denn eine bekannte Truppe wäre, die dort die Burg erstürmt antwortete er 'Ne das machst unter anderem Du!' Tja, kann man da nein sagen...?

Seit dem werde ich nun von diesem Haufen von lustigen, fröhlichen, geduldigen, teils sogar musikalischen Fechtern, Darstellern, Schreinern, Schreibern, Köchen, Reitern, Nähern, Koreographen und Schauspielern regelmäßig mitgenommen und das, wo ich doch von all diesen Dingen so wenig selber kann. Gut, Schauspiel ein wenig, aber das hat auch 10 Jahre gedauert und dann vielleicht noch das bißchen Fechten. Es freut mich sehr, in dieser Zusammenstellung unsere Auftritte zu bestreiten, vom fiesen Bösewicht bis zum albernen Landsknecht Rollen ausfüllen zu dürfen und dem geneigten Volk ein bißchen Fechtkunst zu präsentieren. Darüberhinaus lasse ich mich fast immer von der Bank hochscheuchen, wenn es an unseren Waffenständern, etwas zu zeigen oder zu erklären gibt. Ich bin immer wieder überrascht wie schnell und gerne sich Besucher etwas erklären oder sich sogar ein Schwert in die Hand geben lassen und wie hoch das Interesse an dem ist, was wir zeigen, egal wie viel oder wenig der Betreffende darüber schon weiß. Und abschließend, ganz selten, kümmere ich mich noch eher schlecht als recht um die Technik hinter diesem Webauftritt.

In diesem Sinne
Kolja