Ein „Hurra“ für Bundtschuh

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Nachdem es in 2007 nicht geklappt hatte, mit der Teilnahme am „1. europäische Landsknecht Hurra“, war es für mich umso schöner nun beim 2. „Hurra“ mit dabei sein zu dürfen. Die Veranstaltung fand vom 17.05.2012 bis zum 20.05.2012 in Oy-Mittelberg im schönen Oberallgäu statt. Schon die Hinfahrt war ein Erlebnis, da wir in Rotenburg ob der Tauber Zwischenstation gemacht hatten. Dort war dann auch Gelegenheit, nicht nur die historische Altstadt mit ihren alten Häusern, Stadtmauern und Türmen zu bewundern, sondern hatten wir auch das Glück die berühmte Baumannausstellung zu besuchen.

Diese Ausstellung ist eine der umfangreichsten Sammlungen von Rüstungen und Waffen aus der Zeit die wir versuchen darzustellen. Nach einer doch langen Fahrt sind wir dann am folgenden Tag angekommen. Es war mit 6° Grad recht kalt und da das Gelände auf 900 Meter recht hoch liegt, begann dann auch der Regen erst in Hagel und dann in Schnee überzugehen. So hat der Bundtschuh zum ersten Mal im Schnell Zelte aufgebaut! Später hat man diese Veranstaltung auch das „Four Seasons Event“ genannt, da wir im Laufe der nächsten Tage bis zu 30° Grad bekamen.

Die Aussicht auf die Berge und die umliegende Landschaft war einfach grandios. Das Gelände trocknete auch einigermaßen gut ab, und um es vorweg zu nehmen, konnten wir auch die Zelte trocken einpacken. Ca. 780 Landsknechte, Marketenderinnen, Händler, Fuhrleute, Musiker und anderes Volk kam dort zu einem riesigen Lager zusammen. Die Veranstaltung selbst war ja ohne Publikum nur für die Teilnehmer gedacht. Das Regiment war in drei Fähnlein aufgeteilt, die nach ihrem Hauptmann benannt wurden. So sind wir zum „Kernigen Haufen“ des Reiner Kern gestoßen, und wurden über die gesamte Zeit dort gut aufgenommen und umsorgt. Ich hatte mich als Trommler zum „Spiel“ gemeldet, und schon bald einige sehr nette neue Bekanntschaften geschlossen. Auch als „Spießer“ habe ich mich einmal versucht, und wie der David bekräftigen kann, mit dem Sepp als „Spießerweibel“ einen sehr erfahrenen und gutmütigen Ausbilder erlebt. Da kam so richtig das Gefühl auf, wie es wohl den armen Kerlen in so einer Reihe gegangen sein muss, wenn der Feind recht zahlreich anrückt.

Überhaupt war es ein erhebendes Erlebnis wenn das gesamte Regiment in einer Marschformation auf dem Wege war. Mit Reiterei und eingegrabener Artillerie, Verschanzungen und wechselnden Formationen, wurde so manches Scharmützel und die große Feldschlacht am Ende dargestellt. Da ging es schon hoch her, aber auch die kleinen Dinge am Rande, wie ein echtes Holzfass mit Bier im Lager, oder auch die kleine Schauspieleinlage der Bundtschuhe mit dem „Stockknecht“ waren einprägsame Erlebnisse. Es gäbe noch viel zu berichten, und jeder der mit dort war wird seine eigene Sicht des Erlebten erzählen können, doch das würde hier den Rahmen sprengen. Schaut doch einmal in unsere Galerie mit den Fotos, um einen kleinen Eindruck zu bekommen. Wer weiß, wenn ihr uns mal trefft und grad ein Glas Bier oder Wein zur Hand ist, erzähle ich gern noch mehr von unserem großen Abendteuer auf dem „Landsknechthurra“.


Bis dahin grüßt euch, mit einem Wirbel auf der Trommel, Stephan.