Unser Torfkarren

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. PDFDruckenE-Mail

An dieser Stelle greife ich noch einmal das Thema Transport auf, das ich mit der Beschreibung unserer Holzfässer begonnen habe. Denn das Bewegen von Hab und Gut und die Mobilität ist ein entscheidendes Thema, Gestern wie Heute. Ich möchte aber garnicht so weit oben weiter machen, sondern handfest bleiben.

Lange Zeit haben wir uns im Lager abgemüht, mit Wasserfass schleppen, Feuerholz holen, Markteinkäufe tragen... und um eine Lösung gerungen. Ein Handkarren oder Bollerwagen muß her. Geworden ist es dann eine Schubkarre, aber nicht ohne Grund. Denn wenn man einen Handkarren mit 4 Rädern bauen möchte merkt man schnell das der Material- und Zeitaufwand erheblich größer ist! Dazu kommt, daß eine Schubkarre wiederum einfacher auf einem Fuhrwerk oder Anhänger zu transportieren ist.

Die Schubkarre ist wohl im antiken Griechenland erfunden worden und tauchte bei uns spätestens im 12. Jahrhundert auf. In verschiedenen zweckgebundenen und regionalen Ausführungen, z.B. mit Speichenrad oder Vollholzrad, in einer leichten einem Leiterwagen gleichenden Ausführung, mit oder ohne Seitenwände, oder auch mit doppelten Rädern. Diese laufen dann paralell auf einer Achse damit die Karre nicht so schnell umkippt. Unserer nordeutschen Herkunft geschuldet verwenden wir einen Torfkarren. Bei dem man bei Bedarf die Seitenwände einfach abziehen kann. Er wurde, wie der Name schon sagt, zum Transport von gestochenem Torf aus dem Moor verwendet. Der Torf wurde als Brennmaterial verwendet. Die schwarze Farbe der Karre entsteht durch Leinölfirnis die zur Konservierung auf das Holz aufgetragen wird. In vergangenen Zeiten wurde er auch "Leichenkarren des Teufels" genannt. Denn wenn es zu einer Katastrophe am Ort kam, bei der es Opfer zu beklagen gab, wurden diese, wenn es schnell gehen mußte auch mal mit dem Torfkarren abtransportiert. Und bei solchen Ereignissen hatte meist der Teufel die Finger im Spiel....