Beschreibung

Unser aktuelles Lager besteht aus zwei großen ovalen Mannschaftszelten (8x5m) in Rot/Schwarz, einem quadratischen Zelt (4,5x4,5m) in Rot/Weiß und dem Küchenzelt (8x6m) in Schwarz/rot. Hinzu kommen diverse Ausstattungsgegenstände, die es uns ermöglichen, dem Zuschauer eine ungefähre Vorstellung des Lagerlebens einer Landsknechtrotte zu vermitteln. Für einen Aufbau benötigen wir vom Veranstalter:

  • eine Fläche von ca. 25x12m
  • ca. 50m² vor der Längsseite des Lagers wenn wir ein Schauspiel aufführen, nicht ganztägig aber für die Dauer der Vorstellung plus Vorbereitungszeit
  • Zugang zu Trinkwasser und sanitären Einrichtungen
  • 0,5m³ gescheitetes, getrocknetes Brennholz
  • Bei Aufführung des Schauspiels Zugang zu einer Dusche

Hier sei eingefügt, dass wir keinen Anspruch auf 100%tige Authentizität erfüllen können und wollen. Wir sind aber bestrebt, diesen nach unseren Möglichkeiten immer näher zu kommen. Tische, Bänke, Stühle, Kisten, Fässer, Feuerstellen, Waffenständer und, und, und, ermöglichen es uns zu lagern, zu leben, zu kochen, zu essen, zu trinken und natürlich in unseren Zelten zu schlafen. In jeder Saison bemühen wir uns, hier weitere Dinge zu dem Gesamtbild hinzuzufügen und dem fragenden Besucher zu erklären. Hier ist besonders unser unten beschriebener, reichhaltig gefüllter Waffenständer zu erwähnen, dessen Inhalt wir gerne und ausführlich erläutern. Bei dem kleinen Zelt besteht die Möglichkeit, es tagsüber als offenes Zelt zu zeigen, damit der Zuschauer auch ein Bild von dem Innenleben gezeigt bekommt

Auch in diesem Jahr hat sich unser Lagerbild weiter verändert. Und ich hoffe doch ins Gute. Denn jetzt können wir die Hauptwaffe der Landsknechte in realistischer Menge und authentischer Weise präsentieren. Wir haben einen „Pikenständer“ ! Der Schultheiß gar selbst ist dem Schreiber, der besser tischlert als schreibt, zur Hand gegangen und hat den Hobel an die Piken gesetzt! Dann noch die Spitzen angepasst, die noch aus dem Fundus der Anfangsjahre der Bundtschuhe stammen. Wer genau hinschaut wird sehen das das verwendete Holz nicht die früher verwendete Esche, sondern das weniger geeignete Nadelholz ist. Außerdem sind unsere Piken zum besseren Transport auf der Länge von 2.40m geteilt. Und mit einer filigranen Wickeltechnik verbunden.Dies war nicht üblich, dennoch kann man vereinzelt diese Technik auf historischen Abbildungen sehen.Allerdings wurde wohl so eine gebrochenne Pike repariert. An den Transport hat man da wohl nicht gedacht. Die Stabilität leidet nicht sonderlich dadrunter. Beim Ständer selbst, stellt der senkrechte Balken eine Wagenachse dar, mit dem dazugehörigem Wagenrad. Diese wurde vom mitgeführten Wagen demontiert. Ein Rad entfernt und mit der Radnabe in den Boden gerammt. So hatte man eine Gewisse Ordnung im Lager und Sie waren schnell griffbereit.


Pikenständer

Waffenständer

Um unsere Blankwaffen "aufzubewahren" verwenden wir wir einen Waffenständer. Für solch einen, und für Blankwaffenständer im Allgemeinen, gibt es meines Wissens nach keine historschen Nachweise. Eine Ausnahme bilden "Ständer" für Prunk- oder Zierwaffen an Wänden von Schlösser und Burgen. Um unsere Schwerter dem interesiertem Besuchern zu zeigen und zu erklären, ist es aber eine praktische Art. Er besteht im wesentlichem aus vier Teilen die wie im Sitzmöbelbau der damaliegen Zeit miteinander verkeilt werden. Er hat eine Höhe von etwa 1.50m um auch unsere Biedenhänder einstellen zukönnen.

Im Gesamtbild unseres Lager fallen dem Einen oder der Anderen, beim genauen Hinsehen, vielleicht einige Details auf. Nicht alle scheinen auf anhieb interessant. So geht es auch unseren Fässern. Wer mit einem solchem Lager auf Reisen geht oder ging, steht Damals wie Heute vor einer logistischen Herausforderung. Es muß neben den großen Dingen wie Zelte, Tische ect. auch eine Menge Kleinkram und Lebensmittel transportiert werden. Wir nutzen unsere Fässer hauptsächlich für den eben erwähnten Kleinkram, haben aber auch ein kleines Wasserfass in Gebrauch. Holzfässer sind seid Jahrhunderten in Betrieb. Sie waren die Container der Vergangenheit, und das nicht ohne Grund. Holz war zwar auch damals nicht billig aber wo es Wälder gab erschwinglich. Holz läßt sich relativ gut bearbeiten und man bekommt es recht gut wasserdicht. Auch die runde ,bauchige Form ist nicht zufällig entstanden. Der Materialaufwand für einen rund umbauten Raum ist geringer. Das Prinzip nutzen wir Heute noch bei unseren Konservendosen und Gläsern. Weiter kann diese Form durch Rollen über kurze Distanzen gut bewegt werden. Ich will an dieser Stelle garnicht weiter mit Details langweilen wie zB. mit den Herstellungsverfahren, verwendete Holzsorten etc., zumal man vieles an anderen Stellen schon aufgeschrieben hat. Dies hier soll vielmehr den Blick für das kleine schärfen und Lust aufs genaue hinsehen machen.

Dennoch sind wir natürlich bereit, soweit es uns möglich ist, auf Fragen zu antworten, auf einen der von uns besuchten Märkten oder hier auf unserer Seite.